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Scatter gegen Wild: die zwei Sondersymbole einfach erklärt

Von Annika Sturm · Redakteurin Neuheiten

Zwei Begriffe, die in fast jeder Regelseite stehen und ständig verwechselt werden. Wir trennen sie sauber und zeigen, wo man nachschlägt.

Scatter gegen Wild: die zwei Sondersymbole einfach erklärt

Wer eine Neuheit zum ersten Mal öffnet, stolpert spätestens im Regelteil über zwei englische Wörter, die dort selten übersetzt werden. Beide markieren Symbole, die anders funktionieren als die gewöhnlichen Bilder auf den Walzen, und genau deshalb werden sie so oft durcheinandergebracht. Der Unterschied ist aber schnell erzählt, und er hilft enorm dabei, ein unbekanntes Spiel in zwei Minuten einzuordnen. Wir erklären hier beide Symbolarten, die üblichen Sonderformen und die Stelle, an der die Antwort für jedes einzelne Spiel schwarz auf weiß steht.

Was ein Wild im Kern tut

Ein Wild ist ein Platzhalter. Landet es auf einer Position, an der ein bestimmtes Symbol gefehlt hätte, um eine Kombination zu vervollständigen, springt es ein und übernimmt dessen Rolle. Aus zwei passenden Bildern plus Platzhalter wird so eine Dreierkette. Deshalb sitzt das Wild in der Auszahlungstabelle meist ganz oben und ist grafisch besonders auffällig gestaltet, oft mit eigenem Rahmen, eigener Animation oder schlicht mit dem Wort quer über dem Bild.

Ebenso wichtig ist die andere Hälfte der Regel: Ein Wild ersetzt typischerweise nicht alles. Auslösesymbole für Freispiele, Bonus-Symbole und andere Sondersymbole bleiben in aller Regel außen vor, sonst wäre die Bonusrunde zu leicht auszulösen. Manche Spiele nehmen zusätzlich einzelne hochwertige Symbole aus. Diese Ausnahmen stehen ausnahmslos im Regelteil, meist in einem einzigen Satz direkt unter der Abbildung. Wer nur den ersten Halbsatz liest, hält das Wild für mächtiger, als es tatsächlich ist.

Die Familie der Wilds

Aus dem einfachen Platzhalter haben Entwickler über die Jahre eine ganze Verwandtschaft gemacht. Ein expandierendes Wild dehnt sich über die komplette Walze aus, sobald es erscheint, und deckt damit jede Position dieser Spalte ab. Ein klebendes Wild bleibt für weitere Drehs oder für den Rest einer Freispielrunde an seinem Platz stehen, während sich der Rest weiterdreht. Beide Varianten sind vor allem in Bonusrunden beliebt, weil sie dort über mehrere Runden hinweg Wirkung entfalten.

Dazu kommt das Wild mit Multiplikator, das eine Kombination, an der es beteiligt ist, um einen genannten Faktor erhöht. Wandernde Wilds rücken pro Dreh eine Position weiter, gestapelte erscheinen als Block über mehrere Felder. Welche Spielart ein neuer Titel nutzt, entscheidet stark darüber, wie er sich anfühlt, und es ist eine der wenigen Angaben, die praktisch jeder Hersteller sauber dokumentiert. Wir schauen bei Neuheiten zuerst darauf, weil sich daraus der Charakter der Bonusrunde ziemlich zuverlässig ableiten lässt.

Der Scatter: Position egal, Wirkung groß

Ein Scatter arbeitet nach einer ganz anderen Logik. Er muss nicht auf einer Linie liegen, nicht nebeneinander stehen und nicht links beginnen. Er zählt einfach, wo immer er auf dem Feld landet, und deshalb heißt er so. Die übliche Bedingung lautet, dass ab drei Stück gleichzeitig etwas passiert. Meistens startet dann eine Freispielrunde, manchmal zahlt der Scatter zusätzlich einen eigenen Betrag aus, der sich auf den Gesamteinsatz bezieht statt auf eine Linie.

Weil die Position keine Rolle spielt, ist der Scatter das Symbol, auf das man während eines Drehs am ehesten achtet. Zwei liegen schon, die letzte Walze läuft noch, und darauf ist das ganze Sounddesign vieler Spiele ausgerichtet. Wichtig für Einsteiger: Wenn drei Stück eine Runde auslösen, heißt das nicht automatisch, dass vier oder fünf Stück eine längere Runde bringen. Manche Spiele staffeln das, andere nicht. Auch dieser Punkt steht im Regelteil und nirgends sonst.

Ein zweiter Unterschied betrifft die Rechnung dahinter. Eine gewöhnliche Kombination bezieht sich auf den Einsatz, der auf die jeweilige Linie oder Verbindung entfällt. Zahlt ein Scatter selbst etwas aus, bezieht sich das dagegen fast immer auf den Gesamteinsatz einer Runde. Deshalb wirken Scatter-Auszahlungen in der Tabelle oft kleiner, als sie tatsächlich sind, und werden von Einsteigern regelmäßig übersehen. Ob ein Spiel diesen Weg geht, steht in der Auszahlungstabelle meist als kurze Fußnote unter der Symbolliste.

Bonus-Symbole und Sammel-Scatter

In neueren Titeln ist die saubere Zweiteilung oft aufgeweicht. Viele Spiele führen ein eigenes Bonus-Symbol, das ausschließlich zum Auslösen einer bestimmten Runde dient und selbst nichts auszahlt. Andere trennen zwei verschiedene Auslösesymbole für zwei verschiedene Bonusrunden. Der Begriff Scatter wird dann teilweise nur noch für das auszahlende Symbol verwendet, teilweise für beide. Das ist keine Absicht, sondern schlicht uneinheitlicher Sprachgebrauch zwischen den Häusern, und es ist der häufigste Grund für Verwirrung.

Eine weitere Spielart ist der Sammel-Scatter: Symbole werden nicht sofort ausgewertet, sondern über mehrere Drehs hinweg in einer Anzeige am Rand gesammelt, und beim Erreichen einer Marke passiert etwas. Solche Zähler sind ein eigener Reiz, weil sie einen Fortschritt sichtbar machen, den es bei klassischen Auslösern nicht gibt. Für die Einordnung eines neuen Spiels lohnt es sich, zuerst zu klären, ob die Anzeige am Bildschirmrand ein Sammelzähler ist oder nur Dekoration.

Statt raten: das Info-Panel öffnen

Alle diese Fragen beantwortet dieselbe Stelle, und sie ist in jedem Spiel vorhanden. Das Menü verbirgt sich hinter drei Strichen, einem Zahnrad oder einem i am Rand des Spielfelds, meist unten links oder unten rechts. Dahinter liegt die Auszahlungstabelle mit allen Symbolen, darunter die Erklärung der Sondersymbole und die Beschreibung der Bonusrunden. Bei Handy-Fassungen versteckt sich der Zugang gelegentlich hinter einem zusätzlichen Tippen, ist aber nie ganz verschwunden.

Drei Blicke reichen für eine erste Einordnung. Erstens: Welches Symbol ist als Platzhalter ausgewiesen, und welche Symbole nimmt es ausdrücklich aus? Zweitens: Welches Symbol löst die Bonusrunde aus, ab wie vielen Stück, und zahlt es selbst etwas? Drittens: Gibt es Sonderformen wie expandierend, klebend oder sammelnd? Wer sich das angewöhnt, braucht später keine Anleitung mehr, weil sich alle neuen Titel aus denselben Bausteinen zusammensetzen und nur die Bilder wechseln.

Für unsere Einträge zu Neuerscheinungen machen wir genau das, bevor wir irgendetwas aufschreiben. Wir öffnen das Panel, halten fest, wie das Haus die Symbole selbst benennt, und übernehmen diese Bezeichnungen, statt sie zu vereinheitlichen. Wenn ein Spiel sein Auslösesymbol Bonus nennt und ein anderes Scatter dazu sagt, obwohl beide dasselbe tun, dann steht das bei uns so da. Vereinheitlichen würde sauberer aussehen, aber es würde die Angabe von der Quelle entfernen, und darauf verzichten wir bewusst.